Spesenkonto

Spesenkonto

Ein Konto, über das ein Unternehmen beruflich veranlasste Ausgaben von Mitarbeitenden erfasst, verwaltet und abrechnet. Das Spesenkonto bildet die Grundlage für Erstattung, steuerliche Behandlung und Kontrolle beruflicher Auslagen.
18. Okt. 2024
Lesedauer: 5 Min.

Was ist ein Spesenkonto?

Ein Spesenkonto ist ein Konto, über das ein Unternehmen beruflich veranlasste Ausgaben von Mitarbeitenden erfasst, verwaltet und abrechnet. Gemeint sind Kosten, die im Rahmen der Tätigkeit entstehen, etwa auf einer Dienstreise, bei einem Kundentermin oder für kleinere Anschaffungen.

Der Begriff bezeichnet dabei zweierlei. Zum einen steht Spesenkonto für das buchhalterische Konto, auf dem solche Ausgaben verbucht werden. Zum anderen wird der Ausdruck im Alltag für den finanziellen Rahmen verwendet, den Mitarbeitende für berufliche Auslagen nutzen können. Beide Bedeutungen hängen eng zusammen, weil jede Auslage am Ende korrekt erfasst und verbucht werden muss.

Wozu dient ein Spesenkonto?

Ein Spesenkonto trennt berufliche von privaten Ausgaben und macht beruflich veranlasste Kosten nachvollziehbar. Für Unternehmen ist das die Grundlage, um Auslagen korrekt zu erstatten, steuerlich richtig zu behandeln und die Einhaltung interner Richtlinien zu prüfen.

Für Mitarbeitende schafft das Konto Klarheit darüber, welche Ausgaben übernommen werden und wie die Erstattung abläuft. So lassen sich Reisekosten und Auslagen zeitnah abrechnen, ohne dass jede Quittung einzeln diskutiert werden muss.

Wie funktioniert ein Spesenkonto?

In der Praxis werden Ausgaben auf zwei Wegen abgewickelt. Beim Vorschuss erhalten Mitarbeitende vor einer Reise einen Betrag, aus dem sie Auslagen bestreiten, und rechnen anschließend über die tatsächlich angefallenen Kosten ab. Bei der Verrechnung legen sie zunächst eigenes Geld aus und erhalten den Betrag nach Prüfung erstattet.

Der Ablauf folgt meist denselben Schritten. Mitarbeitende sammeln Belege, ordnen sie den passenden Kategorien wie Fahrt, Übernachtung oder Verpflegung zu und reichen sie zur Prüfung ein. Nach der Freigabe wird der Betrag erstattet oder mit einem Vorschuss verrechnet. Pauschale Sätze wie eine Reisekostenpauschale vereinfachen die Abrechnung, weil nicht jede Position einzeln belegt werden muss.

Ein Beispiel aus dem Alltag verdeutlicht den Ablauf. Eine Vertriebsmitarbeiterin reist zu einem zweitägigen Kundentermin, bezahlt Bahnfahrt, Hotel und ein Geschäftsessen und lädt die Belege direkt nach der Reise hoch. Die Finanzabteilung ordnet die Positionen den Kategorien Fahrt, Übernachtung und Bewirtung zu, prüft sie gegen die Reiserichtlinie und gibt die Erstattung frei. Auf dem Spesenkonto entsteht so eine lückenlose Spur von der einzelnen Ausgabe bis zur Buchung, die auch bei einer Prüfung nachvollziehbar bleibt.

Spesenkonto in der Buchhaltung

In der Buchhaltung werden Spesen als Betriebsausgaben erfasst und mindern den steuerpflichtigen Gewinn, soweit sie beruflich veranlasst und ordnungsgemäß belegt sind. Die einzelnen Ausgabenarten werden über den Kontenrahmen des Unternehmens gebucht, im deutschen Mittelstand meist nach SKR03 oder SKR04.

Innerhalb dieser Kontenrahmen gibt es eigene Konten für typische Spesenarten wie Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand und Bewirtungskosten. Wichtig ist die saubere Zuordnung, denn für manche Ausgaben gelten besondere Regeln, etwa bei Bewirtung oder beim Vorsteuerabzug. So lässt sich später nachvollziehen, welcher Teil der Ausgaben in welcher Höhe abziehbar ist und wie die Umsatzsteuer zu behandeln ist. Bei steuerlichen Fragen empfiehlt sich die Abstimmung mit einer Steuerberatung, da die Behandlung vom Einzelfall und vom jeweiligen Land abhängt.

Spesenkonto, Spesenabrechnung und Firmenkreditkarte im Vergleich

Spesenkonto, Spesenabrechnung und Firmenkreditkarte hängen zusammen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Das Spesenkonto ist der Ort, an dem berufliche Ausgaben erfasst und verbucht werden. Die Spesenabrechnung ist der Vorgang, mit dem Mitarbeitende einzelne Auslagen samt Belegen einreichen und die Erstattung anstoßen. Die Firmenkreditkarte ist ein Zahlungsmittel, mit dem berufliche Ausgaben direkt beglichen werden, deren Umsätze anschließend wieder in Spesenkonto und Abrechnung einfließen.

Begriff

Funktion

Rolle im Ablauf

Spesenkonto

Erfassung und Verbuchung beruflicher Ausgaben

Grundlage für Erstattung und Reporting

Spesenabrechnung

Einreichung und Prüfung einzelner Auslagen

Vorgang vor der Erstattung

Firmenkreditkarte

Bezahlung beruflicher Ausgaben

Zahlungsmittel, dessen Umsätze verbucht werden

Verwaltung und Kontrolle eines Spesenkontos

Ein Spesenkonto ist nur so verlässlich wie die Regeln, nach denen es geführt wird. Klare Richtlinien legen fest, welche Ausgaben erstattet werden, welche Grenzen gelten und welche Belege nötig sind. Das reduziert Rückfragen und beugt Missbrauch vor. Je größer das Team und je höher das Reiseaufkommen, desto stärker wirkt sich eine saubere Führung des Kontos auf Bearbeitungszeit und Datenqualität aus.

Richtlinien festlegen. Definieren Sie Kategorien, Höchstbeträge und Freigabewege, damit alle Beteiligten wissen, was zulässig ist.

Belege digital erfassen. Digitale Belege und automatische Prüfungen verkürzen die Bearbeitung und senken die Fehlerquote gegenüber manuellen Eingaben.

Ausgaben laufend auswerten. Eine regelmäßige Auswertung der Spesen zeigt Muster, unterstützt die Budgetplanung und deckt Abweichungen früh auf.

Häufig gestellte Fragen zum Spesenkonto

Was ist ein Spesenkonto?

Ein Spesenkonto ist ein Konto, über das ein Unternehmen beruflich veranlasste Ausgaben von Mitarbeitenden erfasst, verwaltet und abrechnet. Dazu zählen Kosten wie Reisekosten, Verpflegung und Bewirtung. Das Konto schafft Überblick und bildet die Grundlage für Erstattung und Verbuchung.

Was bedeutet Spesenkonto?

Spesenkonto steht für zweierlei. Zum einen bezeichnet der Begriff das buchhalterische Konto, auf dem berufliche Ausgaben verbucht werden. Zum anderen meint er im Alltag den Rahmen, den Mitarbeitende für Auslagen nutzen können. Beide Bedeutungen sind eng miteinander verbunden.

Wie funktioniert ein Spesenkonto?

Ausgaben werden über Vorschuss oder Verrechnung abgewickelt. Beim Vorschuss erhalten Mitarbeitende vorab einen Betrag und rechnen später ab. Bei der Verrechnung legen sie eigenes Geld aus und bekommen es nach Prüfung erstattet. In beiden Fällen sind Belege und eine Freigabe nötig.

Wie wird ein Spesenkonto in der Buchhaltung gebucht?

Spesen werden als Betriebsausgaben über den Kontenrahmen des Unternehmens gebucht, im Mittelstand meist nach SKR03 oder SKR04. Für Spesenarten wie Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand und Bewirtung gibt es eigene Konten. Die genaue Behandlung sollten Sie mit einer Steuerberatung abstimmen.

Was ist der Unterschied zwischen Spesenkonto und Spesenabrechnung?

Das Spesenkonto ist der Ort, an dem berufliche Ausgaben erfasst und verbucht werden. Die Spesenabrechnung ist der Vorgang, mit dem Mitarbeitende einzelne Auslagen samt Belegen einreichen und die Erstattung anstoßen. Die Abrechnung führt also zu Buchungen auf dem Spesenkonto.

Wie lässt sich ein Spesenkonto einfach verwalten?

Klare Richtlinien, digitale Belege und regelmäßige Auswertungen halten ein Spesenkonto übersichtlich. Navan erfasst Ausgaben, Belege und Kartenzahlungen in einem System, sodass sich Auslagen prüfen, erstatten und auswerten lassen, ohne dass Belege manuell zusammengesucht werden müssen.

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Spesenkonten?

Spesen müssen beruflich veranlasst, ordnungsgemäß belegt und korrekt verbucht sein, damit sie steuerlich anerkannt werden. Für Bereiche wie Bewirtung oder Verpflegung gelten besondere Regeln. Da die Vorgaben vom jeweiligen Land abhängen, ist eine Abstimmung mit einer Steuerberatung sinnvoll.


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